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Elektrospeicherheizung ersetzen – Kanton Zürich

Elektrospeicherheizungen – auch Nachtspeicherheizungen genannt – sind in vielen älteren Gebäuden im Kanton Zürich noch anzutreffen. Ihr Ersatz erfordert eine sorgfältige Planung, da mit dem Rückbau besondere Herausforderungen verbunden sein können.

Funktionsweise und Aufbau

Elektrospeicherheizungen speichern Wärme in keramischen Speicherkernen oder anderen Speichermaterialien. Die Aufladung erfolgt typischerweise in den Nachtstunden zu einem vergünstigten Stromtarif. Tagsüber wird die gespeicherte Wärme über einen Ventilator und eine Luftauslassöffnung an den Raum abgegeben.

Die Geräte sind dezentral aufgestellt – in der Regel in jedem zu beheizenden Raum ein separates Gerät. Eine zentrale hydraulische Wärmeverteilung existiert bei dieser Heizungsart nicht.

Nachtladung und Steuerung

Die Steuerung der Aufladung erfolgt entweder über eine zentrale oder eine geräteinterne Ladesteuerung. Bei älteren Anlagen ist die Regelung oft ungenau, was zu Überhitzung der Räume oder unzureichender Wärmeabgabe führen kann.

Dezentrale Verteilung

Da die Wärme direkt am Aufstellort erzeugt und abgegeben wird, entfällt ein Rohrleitungsnetz für die Wärmeverteilung. Dies vereinfacht den Betrieb, bedeutet aber auch, dass bei einem Umstieg auf ein wassergeführtes System eine neue Wärmeverteilung geplant und installiert werden muss.

Rückbau und Entsorgung

Der Ausbau einer Elektrospeicherheizung umfasst mehr als das blosse Abklemmen der Stromzufuhr. Die Geräte müssen fachgerecht demontiert und die darin enthaltenen Materialien korrekt entsorgt werden.

Gewicht und bauliche Aspekte

Elektrospeicherheizungen sind aufgrund der keramischen Speicherkerne sehr schwer. Ein einzelnes Gerät kann je nach Grösse und Modell mehrere hundert Kilogramm wiegen. Der Ausbau erfordert daher geeignetes Hebezeug und unter Umständen die vorübergehende Verbreiterung von Durchgängen oder die Sicherung von Böden und Treppen.

Alte Materialien und Schadstoffe

Bei Geräten, die vor den 1990er Jahren installiert wurden, können Materialien verbaut sein, die heute als gesundheits- oder umweltschädlich eingestuft werden. Dazu zählen asbesthaltige Dichtungen oder Isolierungen sowie chromhaltige Speichersteine.

Sicherheitshinweis: Ältere Elektrospeicherheizungen können schwere Bauteile und unbekannte oder schadstoffhaltige Materialien enthalten. Vor dem Ausbau ist eine fachkundige Beurteilung der verbauten Materialien erforderlich.

Elektrische Trennung

Elektrospeicherheizungen sind in der Regel mit einem separaten Starkstromanschluss verbunden. Die elektrische Trennung muss durch eine Elektrofachkraft erfolgen. Die bestehenden Leitungen und der Anschluss müssen nach dem Ausbau ordnungsgemäss stillgelegt oder zurückgebaut werden.

Ersatz durch ein zentrales System

Der Ersatz einer dezentralen Elektrospeicherheizung bietet die Gelegenheit, auf ein zentrales, wassergeführtes Heizsystem umzusteigen. Dies eröffnet verschiedene Möglichkeiten:

  • Wärmepumpe: Luft-Wasser- oder Erdwärmepumpe mit neuer Radiatoren- oder Fussbodenheizung
  • Fernwärme: Sofern ein Anschluss im Gebäudeumfeld verfügbar ist
  • Pelletheizung: Zentraler Pelletofen mit hydraulischer Verteilung

Der Umstieg auf ein zentrales System erfordert die Planung und Installation einer neuen Wärmeverteilung im gesamten Gebäude. Dies ist mit baulichen Eingriffen verbunden, bietet aber langfristig eine höhere Energieeffizienz und mehr Komfort.

Neue Wärmeverteilung

Da bei Elektrospeicherheizungen keine Rohrleitungen vorhanden sind, muss das gesamte Verteilnetz für das neue Heizsystem neu erstellt werden. Dabei stehen grundsätzlich zwei Optionen zur Verfügung:

  • Radiatoren: Wandmontierte Heizkörper mit Vor- und Rücklaufleitungen in jedem Raum
  • Fussbodenheizung: Im Estrich verlegte Heizschlaufen – besonders geeignet, wenn ohnehin Bodenarbeiten anstehen

Die Wahl des Verteilungssystems hängt von den baulichen Gegebenheiten, den gewünschten Raumtemperaturen und dem gewählten Wärmeerzeuger ab.

Planung und Umsetzung

Der Ersatz einer Elektrospeicherheizung ist ein umfassendes Projekt. Die wichtigsten Schritte im Überblick:

  1. Bestandsaufnahme: Typ, Alter, Zustand und Anzahl der Geräte erfassen
  2. Materialprüfung: Schadstoffbelastung abklären lassen
  3. Systemwahl: Passenden Wärmeerzeuger und Verteilung wählen
  4. Fachbetriebe anfragen: Offerten für Rückbau und Neuinstallation einholen
  5. Förderung abklären: Gesuch vor Baubeginn stellen
  6. Umsetzung: Rückbau, neue Verteilung, Installation Wärmeerzeuger, Inbetriebnahme